Über uns

Warum zeigen Freier und Huren ihre Gesichter nicht? Weil beide gesellschaftlich geächtet werden: Zwar waren es früher die Huren, die verachtet und verfolgt wurden, und heute ist Freier-Bashing und Freierbestrafung die politisch korrekte Form der Bekämpfung von Sex für Geld ! So oder so, gestern wie heute, Sex gegen Geld gilt als verwerflich, und Freier und Huren werden stigmatisiert. Freier sind Schweine und Huren sind Opfer – diese holzschnittartige Ansicht haben viele guten Bürger. Sex gegen Geld ist für sie ein Skandal und gehört verboten. Sie wollen, dass Freier kriminalisiert werden und Huren die Geschäftsgrundlage genommen wird. Wir sind Freier und zahlen gerne für Sex. Wir sind gerne Kunden und Gäste von Frauen, die ihr Geld mit uns und an uns verdienen. Sie benutzen unseren Körper und unsere Phantasien, um sich ein Einkommen zu verschaffen. Und wir lassen das gerne zu. Das ist der Deal. In Schweden, Norwegen, Frankreich und einigen anderen Ländern werden wir bestraft, als ob wir Verbrecher wären. In der Presse kommen wir nicht gut weg: Entweder sind wir verklemmt oder gewalttätig, oder beides, auf jeden Fall haben wir immer ein Defizit: wir zahlen für Sex. Um Sex für Geld via Freierbestrafung auch in Deutschland zu verbieten, zeichnen Prostitutionsgegner ein Zerrbild vom Rotlicht, das mit der Realität nichts zu tun hat. In ihrem heiligen Eifer lassen die sogenannten AbolitionistInnen ihren Phantasien freien Lauf: Frauen im Sexgewerbe sind traumatisierte, vergewaltigte Sexsklavinnen; Freier sind üble, machtgeile Unholde, die nichts anderes im Sinn haben, als Frauen zu erniedrigen. Es ist höchste Zeit, diesem Quatsch etwas entgegenzusetzen. Sonst werden wir schon in ein paar Jahren wegen dieser Sexkontrollfanatiker verfolgt und verurteilt, was für Frauen und Freier fatale Folgen haben würde (s. Schweden). HIer ein paar Einblicke in die reale Welt des Paysex. Vielleicht noch paar vernünftige Argumente, zwar nicht für eingefleischte Abolitionisten, deren Einstellung nicht auf Argumenten beruht, sondern für Leute, die sich ein Bild machen wollen. Tatsächlich sind Freier keine Schweine und Huren keine Opfer. Es ist viel banaler: beide sind Produkt einer Gesellschaft, die “vom Geld regiert” wird, d. h. soziale Kontakte werden zum Geschäft gemacht, in dem sich die Geschäftspartner gegenseitig zum Objekt ihres Interesses machen. Sex wird zur Ware. Na und? Und ist harte Arbeit ! Na und? Obwohl die Ware der Kern der freien Marktwirtschaft ist – ein berühmter Denker nannte sie “die Elementarform der bürgerlichen Gesellschaft” – widerspricht es bürgerlichen Moralvorstellungen, wenn Sex zum Service wird. Obwohl alles in dieser Gesellschaftsform als Ware oder Dienstleistung gehandelt wird, darf ausgerechnet Sex kein Service sein, sondern soll die höchste Form der Liebe sein. Wieso das? Ein wichtiger Grund ist: Prostititutionsgegner sind Moralapostel, und Moralisten wollen ! die Welt in “gut” und “böse” unterteilen. Dann müssen sie nämlich nichts mehr erklären. Das ist bequem. Moralisten sind sehr bequem. Doch sie müssen begründen. Früher war das einfach. Da war es immer “Gott”, der im Hintergrund die Vorgaben machte (was gut und was böse ist). Heute ist das nicht mehr so einfach. Sex zur Bedürfnisbefriedigung (Freier) und Sex als Gelderwerb (Sexarbeiterinnen) ist schlecht, sage der Moralist. Früher hatte die Kirche dieses Urteil (v. a. gegen die Frauen) brutal durchgesetzt, selbstverständlich mit der Begründung, Gottes Willen zu vertreten. Heutzutage müssen die Moralapostel ein komplexeres Begründungsschema vorgeben: es ist vielschichtig und voller Heuchelei und Lüge. Erste Heuchelei: Sie tun so, als ob sie nichts gegen die Frauen hätten, die in der Sexarbeit arbeiten. Deshalb wollen sie die Freier bestrafen. Lüge: s. Bukowski… Zweite Heuchelei: Sie tun so, als ob es ihnen um die Arbeitsbedingungen der Sexarbeitenden ginge. Lüge: Wenn dem wirklich so wäre, dann würden sie nicht unentwegt nach Freierbestrafung rufen, sondern zum Beispiel eine Mietpreisdeckelung für Sexarbeiterinnen in Laufhäusern und Terminwohnungen verlangen (z. B. maximal 70 Euro anstatt 120 bis 140 Euro pro Tag). Mein Gott, was würden sich die Nutten freuen, und garantiert hätte EMMA ein paar 10 000 Leserinnen mehr, wenn die Redaktion das propagieren würde. Dritte Heuchelei: sie wollen gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution sein. Lüge: Wen dem wirklich so wäre, dann… 2. Heuchelei: den freien Willen, die freie Entscheidung etc. geht… deshalb dieser vermischte Quark der Begründungszusammenhänge… Dieser offensichtliche Widerspruch bürgerlicher Moralapostel ist nur mit Heuchelei und Lüge zu ertragen: So reden Abolitionisten von den Frauen, die “sich verkaufen” oder “ihren Körper verkaufen”, als ob Frauen zu Sklavinnen gemacht werden bzw. mit sich machen lassen, was der Mann will. Kompletter Blödsinn ! Wer weiß das besser als wir, und die Frauen selbst. Andere gehen nicht gegen Bezahlsex, sondern gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel auf die Barrikaden. Eine weitere Heuchelei: Wenn sie wirklich gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel vorgehen wollten, müssten sie mit uns zusammen arbeiten, anstatt uns polizeilich verfolgen zu wollen. Wir sind entschiedene Gegner von Zwangsprostitution und Menschenhandel. Wir wären die besten Bündnispartner gegen Zwangsprostitution und Menschenhandel im Milieu. Ganz radikale Prostitutiongegner verwandeln sich sogar in Revolutionäre und wollen “Ausbeutung” verhindern. Sie erklären Ausbeutung – den Motor der bürgerlichen Gesellschaft – zum Skandal. Eine weitere Heuchelei! Nein, es ist nicht Zwangsprostitution, Menschenhandel oder gar Ausbeutung, was die abolitionistischen Eiferer abgrundtief stört. Es ist die Tatsache, dass Sex als Ware oder Dienstleistung gehandelt wird. Die reine Existenz dieses Phänomens ist ihnen ein Gräuel. Warum darf Sex kein Service sein? Dies scheint eine Frage des Weltbildes zu sein: So wie ein Homophober nicht ertragen kann, dass Männer es mit Männern treiben, so möchte ein Prostitutionsgegner nicht in einer Welt leben, in der Sex für Geld verkauft wird. Homophobe fühlen sich persönlich angegriffen, wenn Schwule sich vor ihren Augen küssen, es gab deshalb schon tätliche Angriffe. In ähnlicher Weise fühlen sich Paysexhasser verletzt, denken zu müssen, dass Frauen Sex verkaufen. Wenn es um Weltanschauung geht, haben Argumente kein Gewicht. Dann geht es drum, wie die Welt anzuschauen ist bzw. wie sie auszuschauen hat. Kämpfer für eine Weltanschauung wollen die Welt nicht erklären, sondern verändern, nach ihrem Bild. Sie haben eine Mission: Weltbild – Mission Bis jetzt hätte man diese Website Freierdefensive nennen können. Ab jetzt gehn wir in die Offensive, um dem Titel der Seite alle Ehre zu machen… Wir haben das auch: Wir finden Paysex klasse. Gesichter zeigen können… “du, die war klasse, zu der musst du auch gehen” Sicher ist nicht alles Gold, was glänzt… Große Zahl der Frauen nicht repräsentiert… auch die Freier nicht… Das Thema Zwangsprostitution und Menschenhandel wird an anderer Stelle (z. B. im Brief an Alice Schwarzer) angesprochen.